Flingern ist Köln
Noch nicht ganz, aber bald.
Die Anzeichen der beginnenden Metamorphose sind eindeutig.
Im allgemeinen werden Düsseldorfer vom Rest der Republik – und ganz besonders von den umliegenden Nachbarn – als überhebliche, arrogante Schicki-Micki-Schnösel angesehen.
Geben wir es ruhig zu: So ganz aus der Luft gegriffen, ist das nicht.
Irgend etwas an diesem Vorurteil muss offensichtlich dran sein, zumindest aus der Sicht des durchschnittlichen Flingeraners. Denn dieser wird nie müde sich vom Rest Düsseldorfs zu distanzieren und der Welt klar zu machen, dass er eben die Ausnahme bildet.
Dazu bemüht er immer wieder bis zum Erbrechen die beschissenen Stereotypen der Arbeiterviertel-Romantik und der künstler / Kreativen – Boheme.
Von der ökologisch engagierten, alleinerziehenden Sozialpädagogin, über den Fortuna / Tote Hosen – Fan (OLEE! Für immer 3. Liga!) bis runter zum altkommunistischen Harz 4 – Empfänger. Sie alle machen das aus, was für Flingern steht: So zu werden wie Köln.
Köln hat all das, was flingern gerne hätte: 80er Jahre Multikulti-Harmonie, grauenhafte Rockbands die Kölsch singen, provinzielles Vorstadt-Flair bis hin zur Domplatte und die peinliche Glorifizierung von Proletarier-Charme.
Und Kölsch gib es hier auch!

