WELCHE BLUTMONDFINSTERNIS?
Die Mondfinsternis begann am Donnerstag gegen 1.35 Uhr MEZ, als der Vollmond zunächst in den Halbschatten der Erde eintrat. Für mich als Beobachter wurde es jedoch erst gegen 2.43 Uhr spannend, als der Erdtrabant vom dunklen Kernschatten unseres Planeten erfasst wurde. Das sah wirklich sehr beeindruckend aus. Trotz relativ trüber Sicht an unserem Flingeraner Himmel, es war diesig und hatte auch vorher leicht geregnet, konnte man diesen Teil der Mondfinsternis noch relativ gut beobachten. So breitete sich der Schatten in den darauf folgenden 78 Minuten nach und nach über die gesamte Mondscheibe aus. Ein anderer Schatten auch, nach einem Foto, das ich machen wollte, wurde das Display meiner Digicam schwarz. – Muss das denn jetzt sein? Sie hatte also just in dem Moment beschlossen ihren Geist auf zugegeben und so suchte ich verzweifelt die Wohnung nach meiner ganz normalen Kamera ab, um doch noch ein paar Fotos schießen zu können. Eigentlich sollte um 4.01 Uhr dann die spektakuläre Phase der totalen Finsternis folgen, die bis 4.52 Uhr andauern sollte. Aber trotz aller Bemühungen, sich weit über den Balkon zu lehnen oder sich die Nase an der Fensterscheibe wund zu drücken, ich konnte beim besten Willen nichts mehr am Firmament entdecken. Meine Kamera in der Wohnung hatte ich bis dato auch noch nicht gefunden. So blieb die imaginäre Linse dunkel, der Himmel aber auch!
Null Sicht!
Der Mond war ganz verschwunden, mein Fotoapparat nicht aufzufinden und meine Nase schmerzte.- Dafür erblickte ich einen neuen Nachbarn, der wie ich hypnotisiert aus dem Fenster starrte. Jäh wurde ich dann von einem Krankenwagen, welcher unkontrolliert mitten auf der Straße anhielt, aus meinen Gedanken gerissen, und so fiel mein Augenmerk plötzlich weiter auf zwei in schwarz gekleidete Hoodie-Shirt-Männer, die offensichtlich den Schlüssel zu ihrem Auto verloren hatten, und nun verzweifelt versuchten ins Wageninnere zu gelangen. Wollen wir doch mal hoffen, dass es sich auch wirklich um ihr Fahrzeug handelt, dachte ich noch, …immer fest an das Gute im Menschen glaubend.
Nach und nach erhellte sich dann der Rand der Mondscheibe wieder – und um ca. 6.09 Uhr hatte der Erdtrabant den Kernschatten dann vollständig verlassen.- Wie bereits erwähnt, der digitale Geist meine Cam auch, der normale Fotoapparat war gar nicht erst aufgetaucht, und meine Nase sah aus wie nach einem Boxkampf mit Regina Halmich: platt und blutig.
Also fassen wir mal zusammen:
Straßentechnisch verlief die totale Mondfinsternis recht spannend, himmelstechnisch ließ sie sehr zu wünschen übrig.
Außerdem war ich um eine Nacht ärmer geworden, andere Erdbewohner möglicherweise auch noch um ein Fahrzeug, meine Nase leicht bis mittelschwer vergrößert (so spielte sich die Blutmondnacht hauptsächlich in meinem Gesicht ab), und Fotos hatte ich natürlich auch keine machen können!
Null Fotos!
Na klasse, …eine rundherum lohnenswerte und gelungene Aktion!
Schauen wir mal, ob es bei der nächsten totalen Mondfinsternis am 28. 09. 2015 besser läuft!
Gute Nacht Flingern, ich gehe jetzt schlafen!